Sie treffen den Künstler am Donnerstag, dem 30. Dezember um 18 Uhr.

 

Splash. Swimming pool. Assoziationen an die Pop Art kommen auf, an Lichtenstein, Rosenquist, auch Hockney. Doch anders als die berühmten Künstler der 60er Jahre interessiert sich Klaus Walter nicht für Glamour und Mondänes, sondern für die banale Alltäglichkeit. Seine Bilder zeigen Ausschnitte einer ganz normalen Badesituation - so willkürlich gewählt wie ein Betrachter die Szenen im Vorbeigehen wahrnehmen würde. Es gibt keine einheitliche Perspektive, nur eine zersplitterte Wahrnehmung, die eine Art Zeitablauf ins Bild übersetzt. Der Künstler verwickelt den Betrachter in eine quasi-filmische Situation, lässt ihm aber durch die Zwischenräume Platz für freie Vorstellungen. Die künstlerische Idee steht bei Walter in enger Verbindung mit der Auswahl des Materials. Der Künstler benutzt Selbstklebefolien und Leuchtkästen aus der Werbebranche. Mit lässiger Gebärde und leichter Ironie verführt er zu affektiven Stimmungen, wie sie in der Reklame, der Warenästhetik, im Fernsehen oder Comic geschaffen werden. Diese Welt von Effekten wird noch dadurch übersteigert, indem Walter sattsam bekannte Komplementärkontraste bis zur Penetranz ausreizt und die Farben explodieren lässt.

Die leuchtenden Bilder von Klaus Walter behaupten gegen das Vergehen und das Festhaltenwollen von Lebensaugenblicken eine sinnliche Wirklichkeit, in der es keine Dauer zu geben braucht, weil es auch kein Verschwinden gibt.

Annie Bardon, November 2004

 



this side in english